KW 30: Urteile für Falschgold-Betrüger, Blindenwerkstatt schließt, Spende für Kinderreitschule

0

Liebe Leser, am 1. April 1887 begannen zwei Seiler und ein Bürstenzieher ihre Arbeit in einer Werkstatt in der Rothenburgstraße. Das Besondere: Die Handwerker waren blind. Seit 130 Jahren arbeiten sehbehinderte Menschen in diesen Räumen; ziehen Borsten, flechten Körbe und reparieren Möbel.  Doch damit ist bald Schluss. Trotzdem die Werkstatt praktisch nie rentabel war, wurden die roten Zahlen in den letzten Jahren einfach zu hoch: 400.000 Euro Jahresverlust können nicht mehr aufgefangen werden. Nun gibt es Bestrebungen, aus der Werkstatt eine Ausbildungsstätte zu machen. Denn das Blindenhilfswerk Berlin e.V. steht nach wie vor für die „Beförderung der wirtschaftlichen Selbständigkeit der Blinden“. Seit 1886. Viel Spaß beim Lesen!

\ STEGLITZ-ZEHLENDORF AKTUELL /

Falschgold in Zehlendorf. Im Frühjahr 2015 flogen die falschen Geschäfte der Betrügerfirma „Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung“ (BWF) auf. Die „Stiftung“ hatte in einem Zeitraum von knapp vier Jahren 6.500 Investoren dazu gebracht, ihr Geld in „Gold“ anzulegen. Dadurch wurden 57 Millionen Euro ergaunert. In einer Tresor in Zehlendorf wurden mehrere Tonnen Falschgold gefunden. Nun wurde das Urteil verkündet: Die vier Hauptangeklagten erhielten Gefängnisstrafen zwischen fünf und sechs Jahren. goldseiten.deverbraucherschutzforum.berlin

Nach 130 Jahren Schluss für die Blindenwerkstatt. Die traditionsreiche Einrichtung in der Rothenburgstraße sei schon seit Jahrzehnten nicht kostendeckend, doch die Finanziellen Verluste haben nun dazu geführt, dass die Werkstatt geschlossen werden muss, sagt Geschäftsführerin Andrea Pahl. Die Einnahmen seien insbesondere weggebrochen, seitdem Bezirksämter den preiswertesten Anbieter auswählen müssen. Die Werkstatt ist im Gegensatz zu Behindertenwerkstaätten auf dem ersten Arbeitsmarkt, die Arbeiter werden also voll bezahlt. Nun wissen diese nicht, wie es weiter gehen soll. Neben den 13 Blinden und Sehbehinderten sind fünf weitere Angestellte betroffen. morgenpost.de

Wenn der Busfahrer auf den Fahrschein besteht. In Berlin gibt es die Sitte, dem Busfahrer einen alten Zettel flüchtig hinzuhalten. Dieser nickt dann und die Fahrt kann beginnen. Nicht so beim 23-Jährigen Kraftfahrer der Linie 181. Als eine 22-Jähriger seinen Bus  am Dienstag an der  Malteser Straße/ Ecke Kamenzer Damm betrat, verlangte er nach dem Fahrschein. Der Gast ignorierte die Aufforderung, woraufhin der Busfahrer sich weigerte loszufahren. Der 22-Jährige mutmaßliche Schwarzfahrer soll dann durch den Bus geschrien und den Fahrer bedroht haben; tatsächlich kam es dann auch zu Handgreiflichkeiten. Der Jüngere zog den Busfahrer aus seinem Sitz und verpasste ihm einen Faustschlag ins Gesicht, bevor er mit einem Begleiter in Richtung Gemeindepark flüchtete. Der Angegriffene verfolgte das Duo und rief die Polizei. Der Angreifer wurde festgenommen und erstattete später selbst Anzeige: Der Busfahrer habe ihn gegen einen Haltestellenschild geschubst, aua aua 🙁 berlin.de/polizei

Zwei Fahrradunfälle beim Abbiegen. Am Samstag kam es in Wannsee und in Zehlendorf zu Unfällen: Ein 72-Jähriger Mercedes-Fahrer kollidierte gegen 16 Uhr mit einer 26-Jährigen Radfahrerin, als er auf der Hohenzollernstraße in eine Einfahrt einbog und die Frau übersah. Sie musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Nur wenig später geschah ein Unfall nach demselben Muster: Eine 94-Jährige Audi-fahrerin bog von Dahlemer Weg  nach Rechts in die Mühlenstraße ab und übersah eine 59-Jährige Fahrradfahrerin. Diese zog sich beim Sturz Kopf-, Rumpf- und Beinverletzungen zu, musste stationär in einer Klinik aufgenommen werden. berlin.de/polizei

S-Bahn vs. Baum. Am Mittwochabend fuhr eine S-Bahn der Linie 1 in der Nähe des Bahnhofes Sundgauer Straße gegen einen Baum. Dieser war wohl des Unwetters wegen auf die Gleise geraten. 92 Passagiere mussten evakuiert werden. Eine Frau kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Die restlichen Gäste setzten ihre Fahrt per Schienenersatz-Verkehr fort. morgenpost.de

\ SPORT /

2.200 Euro: Kinderreitschule erhält Spende. Die Summe ist in der diesjährigen Pfandbon-Spendenaktion des benachbarten Edeka-Marktes zusammengekommen. Genau genommen waren es 1.900 Euro, 300 Euro packte der Geschäftsfürer oben drauf. Kunden konnten seit November ihre Pfandbons entweger einlösen oder in die Spendenbox stecken. Der höchste gespendete Bon hatte einen Wetr von 9,65 Euro. Der Kinder- und Jugend-, Reit- und Fahrverein Zehlendorf (KJRFV) freute sich natürlich über die Gelder. Die Vorsitzende Glina Spreen frohlockte gegenüber der Berliner Woche: „Das hat unsere erste gemeinsame Pfandspenden-Aktion mit Edeka vor vier Jahren getoppt.“ berliner-woche.de

\ ZAHL DER WOCHE /

Zum zweiten mal schon soll eine Serbin in Deutschland Asyl suchen, nachdem sie beim ersten Mal abgelehnt und zurückgeschickt wurde. Die Mutter von sieben Kindern wurde von der B.Z. als „Asylbetrügerin“ enttarnt und soll nun „schnell abgeschoben“ werden. Ganze Arbeit geleistet. bz-berlin.de

\ STADTLEBEN /

„Natürlich Kultur“: Kulturnetzwerk gegen die Verödung. Seit dem Auszug der Dahlemer Museen gilt es für die ohnehin im Schatten von Mitte befindlichen Galerien und Kultureinrichtungen im Südwesten der Stadt, auf sich aufmerksam zu machen. Schon vor drei Jahren hatte die  Kulturamtsleiterin in Steglitz-Zehlendorf, Doris Fürstenberg, ein Kulturtag organisiert, den sie „Jenseits von Mitte“ nannte. Heute ist daraus ein Netzwerk von zehn Häusern entstanden, die gemeinsam den Kulturstandort Steglitz-Zehlendorf pushen wollen. Nun erschien der erste gemeinsame Flyer. morgenpost.deberlin.de

Ausstellungseröffnung: Direkt vor der Tür. Der Fotograf Peter Hahn hat die Schlossstraße nach scheinbar ungewöhnlichen Augenblicken abgesucht, um sie in ein Bild zufassen, bevor sie an Bedeutung verlieren und ungesehen im Nichts verschwinden. Der Fotograf ist Mitglied bei den Fotofreunden Zehlendorf, im Deutschen Verband für Fotografie und im Kunst.Raum.Steglitz. Zusehen ist die Ausstellung ab Donnerstag, den 3. August in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek. Eine „Vernissage“ findet laut Pressemitteilung erst am 11. August um 19 Uhr statt. berlin.de, Webseite des Künstlers: fotoblues.net

Wir wünschen Ihnen eine sonnige Woche! Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf steglitz-zehlendorf-journal.de erledigen.

Der Raddampfer erfreut sich offenbar auch hier in Berlin großer Beliebtheit. Die Menschen bestaunen das Schiff, bleiben stehen und machen Fotos und wollen es sich bis in die letzte Schraube erklären lassen.
CDU-Bundestagsabgeordneter Norbert Brackmann über den Raddampfer Kaiser Wilhelm, auf dem Interessierte am 25. und 26. Juli über den Wannsee schippern konnten.
link

Kommentar verfassen